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ARGE W18

Geschichte der Altlast

Am Standort der Wien Energie in Simmering wurde zwischen 1899 und 1975 im Gaswerk Simmering Stadtgas produziert. Bei der Produktion fallen umweltgefährdende Nebenprodukte bzw.  Rückstände wie Teer, Gasreinigermasse und Ammoniakwasser an. Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile des Gaswerkes beschädigt. Unter anderem brannten die Eindeckungen der gemauerten Gasbehälter aus, wurde die Leichtölanlage zerstört und stürzte die Teerzisterne teilweise ein. Der verbleibende kontaminierte Schutt wurde großteils auf dem Areal deponiert bzw. für Anschüttungen verwendet.

Durch Produktrückstände, Ablagerungen, Manipulationsverluste und in Folge der Kriegsschäden sind weite Bereiche des Altstandorts kontaminiert. Typische Schadstoffe sind insbesondere PAK, daneben Phenole, BTEX und Cyanide. Im Bereich des ehemaligen Gaswerkes und dessen Umgebung gibt es zahlreiche Grundwassernutzungen. Das Grundwasser wird zum Teil als Nutzwasser sowie für Bewässerungszwecke verwendet.

Gefährdungsabschätzung

Zur Ermittlung kontaminierter Bereiche wurden am ehemaligen Standort des „Gaswerks Simmering“ insgesamt 187 Rammkernbohrungen hergestellt. Im gesamten Bereich des Altstandortes wurden anthropogene Anschüttungen bis zu einer Mächtigkeit von 7,2 m vorgefunden. Im östlichen Bereich des Altstandortes ist eine massive Verunreinigung des Untergrundes durch Teerölkomponenten zu beobachten. Vor allem im Bereich der Teerzisterne versickerten große Mengen Teeröl in den Untergrund. Die Verunreinigungen reichen stellenweise bis zu gering durchlässigen Untergrundschichten im Grundwasserkörper in Tiefen von mehr als 10 m, wo sich das Teeröl entsprechend dem Oberflächenrelief dieser Schichten auch lateral ausgebreitet hat.

Die stärksten Belastungen durch PAK wurden im Bereich der ehemaligen Teer- und Ammoniakzisterne, des Teerturmes, der Teerscheide- und Ammoniakwäschergebäude und der Leichtölwäscheranlage festgestellt. Im Bereich der ehemaligen Teer- und Ammoniakzisterne, des Teerturmes, der Leichtölwäscheranlage und dem Kohlengasreinigerhaus konnten zusätzlich massive Belastungen durch den Parameter Summe Kohlenwasserstoffe festgestellt werden.

An zahlreichen Probenahmestellen wurden auch deutliche Cyanidbelastungen des Untergrundes festgestellt. Die Verunreinigungen des Untergrundes mit Cyaniden sind flächenhaft über den gesamten Standort verteilt. Punktuell konnten auch Verunreinigungen des Untergrundes mit Phenolen, Ammonium und Sulfat festgestellt werden.

Ausgehend von den massiven Untergrundverunreinigungen auf dem Gaswerksareal ist eine sehr starke Grundwasserverunreinigung feststellbar (z.B. PAK, Cyanide, Ammonium, aromatische KW, Phenole).

Projektinformationen

Mit Hilfe zweier Sperrbrunnenreihen soll eine hydraulische Sicherung des Standortes erreicht werden. Das Ziel der Maßnahmen ist es, langfristig die Nutzbarkeit des abströmigen Grundwasser sicherzustellen. Als Vorbereitung dieser hydraulischen Sicherung sollen jene Bereiche, bei denen aufgrund der Gefährdungsabschätzung die höchsten Schadstoffkonzentration bzw. die potentiell mobilsten Schadstoffe vorhanden sind, geräumt werden. Dies umfasst insbesondere die ehemalige Teer- bzw. Ammoniakzisterne sowie einige Hot-Spot-Bereiche.

Die Berechnungen für den gesamten Aushub belaufen sich auf etwa 100.000 t.

Facts & Figures
Firma: Porr Umwelttechnik GmbH in Arge
Auftraggeber: WIEN ENERGIE Gasnetz GmbH
Stadt / Land: Wien, Österreich
Projektart: Altlastensanierung
Projektstatus: In Bau / In Ausführung
Fertigstellung: 2018
Bauzeit: 72 Monate
Ansprechpartner: DI Taborsky
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