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Sanierung der Altlast N68 Dachpappenfabrik Krinninger

Die Altlast N68 "Dachpappenfabrik Krinninger" befindet sich ca. 570 m nordöstlich des Ortszentrums von Brunn am Gebirge (Kirche), zwischen der Feldgasse und der Heinrich-Bablik-Gasse auf dem Gelände der ehemaligen Brunner Glasfabrik.  Auf dem Areal befand sich die „Erste Brunner Dachpappen Fabrik Julius Krinninger u. Comp.“ (Gründungsjahr 1888). Der Betrieb wurde nach der Beendigung der betrieblichen Tätigkeit um 1940 ab dem Jahre 1959 durch die Erweiterung der Brunner Glasfabrik überbaut. Im Zuge von umwelttechnischen Untersuchungen beim Rückbau der Brunner Glasfabrik wurden sanierungsbedürftige Kontaminationen des Bodens und des Grundwassers im Wesentlichen durch Rückstände der Teerverarbeitung (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe PAK's und aliphatische Kohlenwasserstoffe) festgestellt.

Das Areal wurde 2006, gemeinsam mit anderen umliegenden Industriestandorten, auf Veranlassung der NÖ-Landesregierung bzw. des Umweltbundesamtes in den Verdachtsflächenkataster aufgenommen und ab 2010 in die ergänzenden Standortuntersuchungen gem. §13 ALSAG einbezogen.

Auf Basis der Untersuchungsergebnisse wurde der Standort als Altlast N68 "Dachpappenfabrik Krinninger" ausgewiesen und in die Prioritätenstufe 3 eingestuft. Die Fläche ist seit 30.05.2012 als Altlast N68 in den Altlastenatlas eingetragen. Die Eigentümer der betroffenen Grundstücke, die Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group und die Pilkington Austria GmbH haben zum Zweck der gemeinsamen Sanierung die Auftraggeberin Brunn N68 Sanierungs GmbH gegründet.

Vor Durchführung der Sanierungsarbeiten erfolgte eine Baufeldfreimessung (Blindgänger) und Kampfmittelfrei-gabe durch eine Fachfirma.

Gemäß Projekt wurde eine Räumung und fachgerechte Entsorgung der kontaminierten Untergrundschichten im Schutze einer Baugrubensicherung (Spundwand) mit Grundwasserhaltung und Grundwasserreinigung durchgeführt. Im unmittelbaren Zugangsbereich zum zentralen Sanierungsbereich wurde eine Schwarz-Weiß-Anlage eingerichtet. Nach Abschluss der Räumung, Wiederverfüllung und Wiederherstellen d. befestigten Fläche erfolgte eine Teilübergabe am 4.9.2015.

Grundwasserhaltung und Grundwasserreinigung:

Innerhalb des mit einer Spundwand umschlossenen Aushubbereiches wurde eine offene Wasserhaltung einge-richtet. Das Grundwasser wurde mit geeigneten Pumpen und über mobile Leitungen aus dem Aushubbereich entfernt und einer Aufbereitungsanlage zugeführt. Die Anlage war für eine Durchsatzleistung von 5 l/s ausge-legt. Das geförderte kontaminierte Grundwasser wurde zuerst über ein Absetzbecken geführt und danach über eine Aktivkohlefilteranlage gereinigt und in den kanalisierten Vorfluter unter Einhaltung der Grenzwerten der Allgemeinen Abwasseremissionsverordnung AAEV (zusätzlicher Grenzwert für PAK-15 wurde mit 100 μg/l fest-gelegt) eingeleitet.

Betonrecycling:

Gleichzeitig mit der Sanierung wurden im Untergrund noch vorliegende alte Bauteile und Fundamente der ehemaligen Dachpappenfabrik Krinninger abgebrochen und aus der Ablagerung entfernt. Das nicht kontaminierte Abbruchmaterial wurde durch eine geeignete Recyclinganlage vor Ort aufgearbeitet und so aufbereitet, dass es der Güteklasse II gemäß Richtlinie für Recycling- Baustoffe des Österreichischen Baustoff Recycling Verbandes entspricht. Das gebrochene Material wurde im Baustellenbereich (außerhalb des Grund-wasserschwankungsbereiches) als Baustoff eingebaut.

Das für die Wiederverfüllung herangezogene Material, welches entweder geeignetes, aussortiertes Material aus der gegenständlichen Sanierungsfläche oder zugeführtes Material war, wurde vor Einbau des Materials durch chemische Analysen repräsentativ beprobt und überprüft (durch ÖACh). Die Schüttungen wurden lagenweise hergestellt und lagenweise mit geeignetem Gerät verdichtet.

Zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes der Standortfirma während der Durchführung der Bau-, Aushub und Entsorgungsleistungen waren zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Dazu gehörte im wesentlichen die Neuerrichtung einer Verladerampe mit Entwässerung sowie diverse Nebenarbeiten: Sicherungsarbeiten (Ge-bäudesicherungen), Kanalumlegungen für Schmutzwasserkanal bzw. für einen Regenwasserkanal auf eine Länge von ca. 150 m, Errichtung von Leitungsprovisorien und einer Pumpstation.

  • Abbruch von Fundamenten Abbruch von Fundamenten Lupe
  • Räumung und Entsorgung Räumung und Entsorgung Lupe
  • Wiederverfüllen und Verdichten Wiederverfüllen und Verdichten Lupe
Facts & Figures
Firma: Porr Umwelttechnik GmbH
Auftraggeber: Brunn N68 Sanierungs GmbH
Stadt / Land: Brunn/Gebirge, Österreich
Projektart: Altlastensanierung
Projektstatus: Fertiggestellt
Fertigstellung: 2015
Bauzeit: 10 Monate
Ansprechpartner: DI Friedrich Budde
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